Seit wann gibt es eigentlich Ärztinnen?

Gesundheit

Schon immer, möchte man am liebsten sagen. Denn Kräuterheilkunde, Krankenpflege, Geburthilfe – das alles war seit ältester Zeit Sache der “weisen Frauen”. Doch Ärztinnen im heutigen Sinn sind eine späte “Erfindung”. Im 13. und 14. Jahrhundert entstanden die ersten Universitäten in Europa, doch bis Ende des 19. Jahrhunderts blieb der Zugang zu medizinischen Fakultäten für Frauen tabu. nur hie und da schafften es im 19. Jahrhundert einzelne – hoch begabte und mutige – Frauen das Tabu zu brechen: zum Beispiel die Engländerin Elizabeth Blackwell, die 1849 als erste Ärztin in den USA promovierte; oder die ungarische Gräfin Vila Higonnys, die 1890 ihr Arztdiplom in Zürich erhielt, allerdings erst nach langen, verbissenen Kämpfen ab 1897 in Budapest praktizieren durfte.

Eine absolute Ausnahme in der Geschichte der “weiblichen” Medizin ist die deutsche Ärztin Dorothea Christina von Erxleben, die schon im 18. Jahrhundert praktizierte. Früh war ihrem Vater, einem Arzt in Quedlinburg, die Begabung der Tochter aufgefallen; er unterrichtete sie gemeinsam mit einem Bruder, nahm sie zu seinen Patienten mit, ließ sich gelegentlich sogar von ihr vertreten. Dank zweimaliger höchstpersönlicher Erlaubnis von Preußenkönig Friedrich II. durfte Dorothea an der Universität Halle erst studieren, dann promovieren (1754). Die von ihren Kollegen erbittert angefeindete, von ihren Patienten heiß geliebte Dorothea schaffte es “nebenbei” auch noch, den Haushalt zu führen, fünf in die Ehe mitgebrachte kinder und vier eigene zu erziehen und nach dem fühen Tode ihres Mannes die Familien allein zu ernähren. Mit 47 Jahren starb sie an Schwindsucht, furchtlos und aufrecht sitzend, wies es in einem Nachruf heißt. 

Quellenverzeichnis

  1. Foto: © sparkie / pixelio.de

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